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„UWG lag Vertragsentwurf lange vor“
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„UWG lag Vertragsentwurf lange vor“
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Stadthalle: Bürgermeister reagiert auf Kritik / „Es gab ausreichend Zeit für Änderungswünsche“
OER-ERKENSCHWICK. (job) Bürgermeister Achim Menge hat gestern die Kritik der UWG-Fraktion wegen einer „Politik der Verspätungsinformation“ zum Pachtvertrag mit dem neuen Stadthallen-Betreiber zurückgewiesen.
„Die UWG führt die Menschen bewusst in die Irre“, meinte der Bürgermeister gestern gegenüber der STIMBERG ZEITUNG. Die Behauptung, der Vertragsentwurf sei der UWG erst am letzten Tag vor der Ratssitzung, also am 30. November, zugegangen, sei falsch. „Ich stelle fest, dass Ihnen der Entwurf für den Abschluss eines Pachtvertrages mit dem jetzigen Partner bereits in der Sitzung des Rates am 20. Oktober vorgelegt und mit den Unterlagen für die Sitzung am 1. Dezember nochmals übersandt wurde“, heißt es in einem Antwortschreiben von Menge an die UWG.
Was von der Verwaltung nachgereicht wurde, sei lediglich eine Kopie des von der UWG bereits zweifach vorgelegten Entwurfes, der sieben Änderungen enthielt. „Diese Änderungen sind aber im wesentlichen gar nicht Gegenstand der aktuellen UWG-Ausführungen“, meint Menge. „Zudem fand in der letzten Ratssitzung sogar noch eine Unterbrechung von einer Viertelstunde statt, in der lediglich über drei Punkte hätte kurzfristig entschieden werden sollen. Verwaltung und auch die übrigen Ratsmitglieder hätten sogar von der UWG erwarten dürfen, dass Kritikpunkte und Änderungswünsche vorab mitgeteilt würden. Ausreichend Zeit bestand dafür“, entgegnet der Bürgermeister.
Wie bereits berichtet, übernimmt mit dem Castrop-Rauxeler Gastronom Marcus Vierhaus am 1. Januar 2012 ein neuer Pächter die Stadthalle am Berliner Platz. Laufzeit des Vertrags: Bis 31.12.2016. Allerdings können sowohl Stadt als auch Vierhaus zum 31. Dezember 2013 ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen.
Mit Datum vom 12.12.2011 erhielt die UWG folgendes Antwortschreiben von Bürgermeister Achim Menge:
UWG-Fraktion im Rat der
Stadt Oer-Erkenschwick
Herrn Fraktionsvorsitzenden
Helmut Lenk
Niegelenkamp
45739 Oer-Erkenschwick
Abschluss eines Pachtvertrages für die Stadthalle
hier: Ihr Schreiben vom 06.12.2011
Sehr geehrter Herr Lenk,
Ihr oben angegebenes Schreiben ist mir zugegangen und veranlaßt mich zu folgender Stellungnahme:
Die Behauptung, der Vertragsentwurf sei Ihnen erst am letzten Tag vor der Ratssitzung, also am 30.11.2011 zugegangen ist falsch.
Ich stelle fest, dass Ihnen der Vertragsentwurf für den Abschluss eines Pachtvertrages mit dem jetzigen Pächter bereits in der Sitzung des Rates am 20.10.2011 vorgelegt und mit den Sitzungsunterlagen für die Sitzung am 01.12.2011 nochmals übersandt wurde.
Was nachgereicht wurde, war lediglich eine Kopie des Ihnen bereits zweifach vorgelegten Entwurfes, der insgesamt 7 Änderungen zu dem Ihnen bereits lange vorliegenden Entwurf enthält. Diese Änderungen sind aber im wesentlichen gar nicht Gegenstand Ihrer Ausführungen im Schreiben vom 06.12.2011.
Bis auf die von Ihnen angeführten Positionen „Vertragspartner“, „§ 11 Abs. 1“ und „Anlage 7“ sind sämtliche in Ihrem Schreiben vom 06.12.2011 angesprochenen Vertragspunkte, zu denen Sie Änderungen wünschen, völlig unverändert gegenüber den Vorentwürfen und Ihnen daher bereits seit dem 20 10.2011 bekannt.
Sie hatten also – entgegen Ihrer Behauptung – ausreichend Gelegenheit, sich mit dem Vertrag auseinanderzusetzen.
Die drei Positionen, die Gegenstand ihrer Kritik sind und die gegenüber dem ersten Entwurf geändert wurden, wurden ausführlichst in der Sitzung am 01.12.2011 erläutert.
- Der Kämmerer hat Ihnen sehr detailliert zu der Unternehmensform des Vertragspartners Informationen erteilt und die Unternehmensform erläutert.
- Gleiches gilt für die Änderung in § 11 Abs. 1 und 2. Hier übersehen Sie im übrigen, dass in Abs. 2 noch ein Sonderkündigungsrecht vereinbart wurde.
- Gleiches gilt dann letztendlich auch für die Änderungen in Anlage 7 zum Pachtvertrag, die Gegenstand Ihrer Kritik sind.
Zusammenfassend stelle ich also fest, dass lediglich drei Punkte von denen, die Sie in Ihrem Schreiben vom 06.12.2011 anführen, einer kurzfristigen Entscheidung Ihrer Fraktion in der Ratssitzung bedurft hätten.
Es fand sogar noch eine Sitzungsunterbrechung von einer Viertelstunde stattfand, damit alle Fraktionen sich noch einmal über die geänderten Positionen Gedanken machen konnten.
Bei einer vernünftigen Vorbereitung bezüglich des restlichen Vertragsinhaltes wäre es problemlos möglich gewesen, die von Ihnen jetzt zu diesen drei Punkten vorgeschlagenen Änderungen in der Sitzung zu diskutieren. Die Verwaltung und die übrigen Ratsmitglieder hätten sogar erwarten dürfen, dass Sie Ihre Kritikpunkte und Änderungswünsche vorab mitgeteilt hätten, denn dazu bestand für Sie ja – wie ich oben schon festgestellt hatte – im mehr als einen Monat ausreichend Zeit.
Da Sie Ihr Schreiben vom 06.12.2011 sämtliche Fraktionen des Rates zur Verfügung gestellt haben, erhalten diese von mir selbstverständlich auch eine Durchschrift meines heutigen Antwortschreibens.
Sollten Sie beabsichtigen, Ihr Schreiben vom 06.12.2011 der Aufsichtsbehörde oder der Staatsanwaltschaft zuzuleiten, so wollen Sie bitte dieses Antwortschreiben gleich mit beifügen.
Mit freundlichem Gruß
Achim Menge
Bürgermeister
12.12.2011
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