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„Erhebliche Zweifel angesagt“
Montag, 24. September 2001
- Stimberg Zeitung 25.09.2001 -
Situation der Stimberg- und Stadthallen GmbH
Der Gewinner im „Kampf“ um die Anteile an der Stimberg- und Stadthallen GmbH ist nach den Meldungen der Presse Herr Skodell, nachdem der zweite Bewerber sich – wie in der Presse zitiert – aus den Endverhandlungen angeblich zurückgezogen haben soll. Dieses vom Stadtsportverband (SSV) hervorgehobene „Zurückziehen“ scheint aber nicht der Wahrheit zu entsprechen, wie einem Artikel der Lokalpresse vom 31. August zu entnehmen ist. Was ist nun die Wahrheit?
Unstreitig ist, dass Herr Skodell die Stimberg- und Stadthallen GmbH in die Nähe einer Insolvenz gebracht hat. Die Frage, ob es nun daran gelegen hat, dass die Zuschüsse der Stadt Oer-Erkenschwick zu niedrig gewesen sind oder dass eine unwirtschaftliche Geschäftsführung vorgelegen hat, ist zweitrangig. Die eigentliche Frage ist, ob Herr Skodell in all der Zeit seinen Pflichten als ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsführer nachgekommen ist. Und hier sind erhebliche Zweifel angesagt.
In seiner Allmacht als Vorsitzender des SSV und Vorsitzender der Vertreter der Gesellschafter der Stimberg- und Stadthallen GmbH hat Herr Skodell sich als Geschäftsführer der Stimberg- und Stadthallen GmbH über einen langen Zeitraum selbst kontrolliert. Darüber konnte und kann er noch als GmbH-Geschäftsführer mit sich selbst als Privatperson oder als Vertreter einer anderen Person Geschäfte tätigen, z.B. sich aus Mitteln der GmbH ein Privatdarlehen gewähren. Diesbezüglich wird in den bisher vorliegenden Bilanzen der Stimberg- und Stadthallen GmbH ein Posten ausgewiesen, der diese Frage aufkommen lässt. Das Bürgerliche Gesetzbuch verbietet im Grunde genommen diese sogenannten „Mit-sich-selbst-Geschäfte“.
Über die Gefahr einer bilanziellen Überschuldung der Stimberg- und Stadthallen GmbH hätte Herr Skodell als GmbH-Geschäftsführer die Gesellschafter spätestens zu dem Zeitpunkt unterrichten müssen, indem ihm bekannt geworden ist, dass das Geld der GmbH durch Verluste um mehr als die Hälfte verloren ist. Hier stellt sich die Frage, ob Herr Skodell dies getan hat. Den Pressemitteilungen zufolge hat er dies nicht getan.
Aber war Herr Skodell tatsächlich so außer Kontrolle? Im Gremium der Gesellschaftsvertreter saß unter anderem auch Herr Schild, von Beruf Finanzbeamter, also ein – so ist anzunehmen – in finanzwirtschaftlichen Dingen nicht gänzlich unerfahrener Bürger und zudem Ratsherr unserer Stadt. Hat dieser Herr geschlafen? Der zur Zeit amtierende und in diesen verzwickten gesellschafts- und strafrechtlichen Dingen nicht beheimatete SSV-Vorsitzende Andreas Krebs mag der Ansicht sein, dass der SSV nicht mehr belangt werden könne. Aufgrund der anwesenden „Kompetenz“ im Gesellschafterausschuss, vertreten zumindest durch Herrn Schild, muss diese Annahme allerdings erheblich in Zweifel gezogen werden.
Die Äußerung von Kämmerer Heinz Schnettger: „Wir waren an einer schnellen Lösung interessiert, um der Gefahr eines Insolvenzverfahrens vorzubeugen“, kann nur als Verdummung der Oer-Erkenschwicker kommentiert werden. Denn mit dem „Deal“ hat sich die Solvenz der GmbH um keinen Deut geändert, im Gegenteil. Mit dieser Kommentierung kann allerdings eine gewisse Kenntnis des Stadtkämmerers in wirtschaftliche, gesellschaftsrechtliche und strafrechtliche Gegebenheiten unterstellt werden. Insgesamt ergeben sich bei näherer Betrachtung der Situation mehr Fragen als Antworten, und es entsteht die Vermutung, dass die Bürger unserer Stadt wieder einmal für dumm verkauft werden sollen.
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