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„Den Schuss (noch) nicht gehört“
Dienstag, 25. November 2003
- Stimberg Zeitung 25.11.2003 -
Bericht „Schild gegen Glaspalast“
Stimberg Zeitung vom 22. November 2003
„Offenbar schwebt der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Schild gerne zwischen Traum und Wirklichkeit. Dass dabei der Schuss sehr schnell nach hinten losgehen kann, hat er mit seinem angeblichen Versprecher um die altengerechte Art der Stadtparkbebauung bereits bewiesen.
Neuestes Beispiel ist sein vehementes Engagement gegen einen „Glaspalast“ in Recklinghausen. Es geht um den geplanten Neubau des Berufskollegzentrums auf der ehemaligen Schachtanlage General Blumenthal 3/4 hinter dem Recklinghäuser Hauptbahnhof.
Hier plant der Kreis bekanntlich eine Investition in Höhe von 62 Mio. Euro. SPD-Berechnungen zufolge sollen es dagegen ca. 81 Mio. Euro sein. Möchtegern-Kreistagsmitglied Klaus Schild – tatsächlich sitzen im Kreistag bisher die Oer-Erkenschwicker SPD-Mitglieder Marianne Bolder, Andreas Krebs und Karl-Heinz Rusche – hält diese Summe für viel zu hoch und verlangt – ganz anders als bei seinem Prestigeobjekt Freizeitbad Maritimo – nunmehr eine Deckelung auf 51 Mio. Euro.
Dass allerdings in den vom Kreis vorgelegten Kosten in Höhe von 62 Mio. Euro auch die Anlegung von Parkplätzen, die Konservierung der Fördermaschinenhalle, der unter Langfristaspekten geplante Ausbau der Sporthalle von 7 auf 9 m Deckenhöhe sowie ein neues Energiekonzept enthalten sind, welches innerhalb von 20 Jahren zu einer Energieeinsparung von 9,5 Mio. Euro führen soll, verschweigt er.
Stammen die von ihm zum Vergleich angeführten 90 Mio. DM, die der Neubau ursprünglich einmal kosten sollte, womöglich aus dem Protokoll einer nicht-öffentlichen Sitzung?
Hinzu kommt, dass die Schulbaukommission auf Kreisebene bis auf ihre letzte Sitzung in der vergangenen Woche dem Vernehmen nach immer einstimmige Beschlüsse gefasst hat. Aber in dieser war Herr Schild nicht vertreten, genauso wenig wie Marianne Bolder oder Andreas Krebs.
Übrigens: sämtliche Pläne des Neubaus – inklusive der Glasfassade – wurden Ende Juni im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen öffentlich vorgestellt. Dem damaligen Applaus nach zu urteilen waren die Gäste allesamt beeindruckt.
Pikant wird die ganze Sache, weil gerade noch am Freitag der vergangenen Woche der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, anlässlich einer Informationsveranstaltung über die „Reform der beruflichen Bildung“ den Oer-Erkenschwicker Genossen ins Stammbuch geschrieben hat, Investitionen in Bildung seien absolut notwendig. Offenbar hat Klaus Schild, obwohl bei dieser Versammlung anwesend, den Schuss (noch) nicht gehört.“
Anmerkung der UWG:
Die im Text farblich abgesetzten Passagen des Original-Leserbriefs sind in der Veröffentlichung der Stimberg Zeitung nicht enthalten.
Die Westdeutsche Allgemeine veröffentlichte den Leserbrief am 26.11.2003 unter der Überschrift „UWG: Neubau ist richtig“ unzensiert ungekürzt.
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