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UWG mahnt mehr Präsenz auf den Straßen in OE an
Montag, 15. Dezember 2003
Brauchen Polizisten und keine Umfragen
„Wir brauchen keine neuen Umfrage-Ergebnisse, sondern mehr Polizisten auf der Straße.“ Die Unabhängige Wählergemeinschschaft sorgt sich um die Sicherheit und kritisiert Maßnahmen des Polizeipräsidiums Recklinghausen.
Die Behörde will nun im Kreis 4 000 Fragebögen verschicken, um von Bürgern mehr über ihren Eindruck von der Sicherheitslage zu erfahren. Allerdings wird diese Umfrage in den Städten des Kreises gemacht, in denen die Polizeiwache rund um die Uhr besetzt sind.
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| habe zugenommen |
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UWG-Sprecher Helmut Lenk: „Wenn man überhaupt eine Umfrage macht, dann wäre es besser in den Städten gewesen, die nur noch über eine Tageswache verfügen, so wie in Oer-Erkenschwick.“ Dass die Entwicklung der Kriminalität Grund zur Sorge gibt, werde auch nicht von der Führungsspitze der Polizeibehörde im Kreis bestritten. So habe sich stellvertretende Leiter im Polizeipräsidium Nisch besorgt über die zunehmende Zahl der Körperverletzungen und der Raubdelikte geäußert.
Es komme daher, so Lenk gestern, auch nicht von ungefähr, dass Bürgermeister Clemens Peick sich kritisch über mangelnde Polizeipräsenz in der Stimbergstadt geäußert habe. Das Aufleben der Ordnungspartnerschaft allein könne nach Ansicht der UWG nicht helfen. Sie fordern eine stärkere Polizeipräsenz auf den Straßen in OE.
Zum selben Thema erschien in der Stimberg Zeitung folgender Leserbrief:
„Sicherheit statt Befragung“
- Leserbrief von Helmut Lenk, UWG Oer-Erkenschwick -- Stimberg Zeitung 19.12.2003 -
Artikel: „Polizei befragt Bürger“
Ausgabe vom 11.Dezember 2003
Es fällt ins Auge, dass die Polizeipräsidentin in den letzten Monaten erhöhten Wert auf Öffentlichkeitsarbeit legt. Da befragen Polizeistudenten Passanten, welche Sicherungseinrichtungen sie in Häusern und Wohnungen haben und ob sie das Kommissariat Vorbeugung kennen. Auf Wochenmärkten verteilen Polizisten Merkblätter gegen Taschendiebstahl und in Oer-Erkenschwick wird pressewirksam das Aufleben der Ordnungspartnerschaft beschworen. Neuester Gag: 4 000 Fragebögen werden an Haushalte in Bottrop und Datteln verschickt, mit denen die Bürger nach ihrem Eindruck über die Sicherheitslage befragt werden.
Wir stellen uns wahrscheinlich nicht nur in Oer-Erkenschwick als UWG die Frage, erstens, ob das für solche aufwändigen Aktionen notwendige Personal nicht besser bei der Bekämpfung der Straßenkriminalität einzusetzen wäre. Zweitens, ob man eine solche Befragung – wenn überhaupt – nicht besser in den Städten des Kreises durchführen sollte, die nur noch über eine Tageswache verfügen, wie Oer-Erkenschwick, Waltrop und Dorsten-Barkenberg.
Gerade aus diesen Städten kamen doch in letzter Zeit die Berichte über Raubüberfälle auf Tankstellen zur Nachtzeit, nächtliche Autorennen und jüngst der Überfall auf einen Busfahrer 50 Meter entfernt von der nachts nicht besetzten Wache in Dorsten-Barkenberg. Nicht ohne Grund hat Bürgermeister Clemens Peick erst Mitte Oktober dieses Jahres wegen der Sorge um die Sicherheit der Bürger in Oer-Erkenschwick einen offenen Brief an Frau Stegelmeyer geschrieben.
Die Sicherheitslage der Bürger hat sich im Bereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen seit 2001 drastisch verschlechtert. Dies zeigen die Zahlen: Im Jahr 2001 registrierte die Behörde eine Zunahme der Kriminalität um 4,79 Prozent. Überschrift damals in der Presse: „Der Kreis ist krimineller geworden“. Im Jahr 2002 wurde ein Anstieg der Straftaten um 9,83 Prozent verzeichnet. In der Presse war zu lesen: „Deutlicher Anstieg der Kriminalität“. Der Anstieg bei Raub- und Körperverletzungsdelikten fiel mit 14,46 Prozent bzw. 12,16 Prozent geradezu Besorgnis erregend aus. Selbst im Interview des Führungstrios des Präsidiums am 26.11.2003 räumte Herr Nisch ein, dass er sich Sorgen mache um die steigende Zahl von Raubüberfällen und Körperverletzungen. Wenn man dies aufmerksam liest, bedeutet das, dass die Zahlen sich auch im Jahr 2003 sehr wahrscheinlich weiter deutlich verschlechtert haben.
Was sollen also die Presseaktionen jetzt? Für uns als UWG sind sie reine Augenwischerei. Der Tag der Wahrheit wird wie jedes Jahr im März 2004 kommen, wenn die Statistik für 2003 bekannt gegeben wird. Bis dahin sollte saubere Polizeiarbeit im Bereich der Aufklärung von Straftaten und deren Vermeidung durch hohe Präsenz auf den Straßen geleistet werden, statt alberne Befragungen durchzuführen, die mühsam von zahlreichen Mitarbeitern ausgewertet werden müssen. An der objektiv katastrophalen Sicherheitslage in der Kreispolizeibehörde werden sie nichts ändern. Was wir brauchen, sind nicht neue Umfrageergebnisse, sondern mehr Polizisten auf der Straße und nachts in allen Städten.
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