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„Ein Versuch der Beeinflussung“
Mittwoch, 22. Juni 2005
- Stimberg Zeitung 22.06.2005 -
Sommerfestival / Hier: Politiker-Einladungen
„Viele Ratsmitglieder werden sich in den letzten Tagen verwundert die Augen gerieben haben, als sie ihre Post öffneten und eine persönliche Einladung von Herrn Skodell in der Hand hielten.
So hatte der Geschäftsführer der Stimberg- und Stadthallen GmbH auch mich mit Begleitung zum Musical „Aida“ ins Stimberg-Stadion eingeladen. Ein Antwortformular war schon beigefügt mit dem Hinweis, dass bei einer Teilnahmebestätigung die Eintrittskarten rechtzeitig zugesandt würden.
Ein normaler Werbegag, würde man meinen, wenn nicht bei Rückfrage nach den Kosten für die Aida-Karten eine freundliche Mitarbeiterin von Herrn Skodell erklärte, dass ich für die Karten natürlich nichts zu bezahlen hätte, da ich ja eingeladen worden sei.
Bietet Herr Skodell also den Ratsmitgliedern, die demnächst über eine Verlängerung der Pachtverträge mit ihm abstimmen sollen, vorab aus „Nächstenliebe“ einen kostenlosen Besuch des Aida-Musicals samt Begleitung an? Der Normalbürger dagegen, der zwei Karten für die Aida im Stimbergstadion kaufen will, muss für zwei gute Sitzplätze über 80 Euro auf den Tisch legen.
Für die UWG-Fraktion ist dieses offensichtliche Sonderangebot für Ratsmitglieder deshalb eher ein mehr als plumper Versuch der Beeinflussung. Kein Fraktionsmitglied der UWG wird daher dieses „Geschenk“ von Herrn Skodell annehmen.
Die UWG wird deshalb den Bürgermeister bitten, alle Ratsmitglieder dringend aufzufordern, diese „Einladung“ keinesfalls zu akzeptieren, um den Verdacht der Befangenheit für die anstehende Ratsabstimmung von vornherein auszuschalten. Dieser Vorgang hat unsere Bedenken gegen die persönliche Integrität des Herrn Skodell einmal mehr bestätigt.“
Bei der WAZ wird aus dem Leserbrief der folgende Artikel:
UWG schreibt für Aida unerwartet den fünften Akt
- Westdeutsche Allgemeine 22.06.2005 hes -„Unmoralisches Angebot“ Operneinladung
Ein wohl „unmoralisches Angebot“ sieht die UWG in der Einladung den Geschäftsführer der Stimberg- und Stadthallen GmbH, Klaus Skodell.
Der hatte mit Hinblick auf das Sommer-Festival den Ratsmitgliedern bei Interesse den Besuch der Verdi-Oper „Aida“ am 2. Juli im Stimberg-Stadion angeboten. Schon vor der Ouvertüre geht es bei der Oper in vier Akten nun unerwartet gleich in den fünften. Die UWG sieht sich dem „plumpen Versuch der Beeinflussung“ ausgesetzt und regagiert mit einem empörten Brief. Ihre Ratsfrau Ursula Weissenbacher, die sich, wie zu hören war, als Mitglied des „Arbeitskreises Kulturausschuss“ überaus lobend über die Arbeit der Hallen-Geschäftsführung äußert, schreibt: „Viele Ratsmitglieder werden sich in den letzten Tagen verwundert die Augen gerieben haben, als sie ihre Post öffneten und eine persönliche Einladung von Herrn Skodell in der Hand hielten. So hatte der Geschäftsführer der Stimberg- und Stadthallen GmbH auch mich mit Begleitung zum Musical „Aida“ ins Stimberg-Stadion eingeladen. Ein Antwortformular war schon beigefügt mit dem Hinweis, dass bei einer Teilnahmebestätigung die Eintrittskarten rechtzeitig zugesandt würden.“
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| Bürgermeister reagiert gelassen |
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Dass sie auf Nachfrage erfahren habe, dass keinerlei Kosten entstünden, erscheint der UWG-Vertreterin suspekt. „Bietet Herr Skodell also den Ratsmitgliedern, die demnächst über eine Verlängerung der Pachtverträge mit ihm abstimmen sollen, vorab aus Nächstenliebe einen kostenlosen Besuch des Aida-Musicals samt Begleitung an? Der Normalbürger dagegen, der zwei Karten für die Aida im Stimberg Stadion kaufen will, muss für zwei gute Sitzplätze über 80 Euro auf den Tisch legen.“
Die UWG nennt das einen „plumpen Versuch der Beeinflussung“ und will das Angebot nicht annehmen. Bürgermeister Menge will man bitten, den Rat aufzufordern, „diese“ Einladung keinesfalls zu akzeptieren, um den Verdacht der Befangenheit für die anstehende Ratsabstimmung von vornherein auszuschalten.“
Gelassen reagiert darauf der Bürgermeister: „Ich halte das für ausgemachten Unsinn. Der Rat hat Repräsentationsrecht und -pflicht. Und wenn erstmalig – mit Unterstützung der Stadt, denn wir haben das Stadion ja vermietet – ein solches Kulturfestival stattfindet, halte ich eine solche Einladung für absolut legitim.“ Zu seinem Bedauern kann Achim Menge selbst der Oper wegen anderer Termine übrigens nicht beiwohnen. „Aber ich freue ich mich sehr auf die offizielle Eröffnung, die gerne vornehme.“
Klaus Skodell versteht die Aufregung nicht. „Wir betreten in Oer-Erkenschwick mit dem Sommer-Festival im Stimberg Stadion absolutes Neuland. Uns geht es darum, den politischen Entscheidungsträgern zu demonstrieren, welches Potential diese Stadt hat. Wenn man so will, ist es wohl eher die Einladung zu einem Arbeitstermin. Bislang ist das Stadion ausschließlich sportlich genutzt worden. Wir sind aber davon überzeugt, dass es dagegen ein sehr vielseitig zu nutzender Veranstaltungsort ist.
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| Bestandteil der Marketingarbeit |
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Außerdem haben wir nicht nur den Rat, sondern auch Einzelhandel und Werbegemeinschaft eingeladen, um mögliche Sponsoren für ihre eigene Stadt zu begeistern.“ Was für die GmbH wichtiger Bestandteil der Marketingarbeit sei. „Auf die Interpretation unserer Arbeit durch einzelne“, so Skodell, „haben wir natürlich keinen Einfluss. Ich gehe davon aus, dass es hier einmal mehr darum geht, mich persönlich in Misskredit zu bringen.“
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