„Lars Ehm verdient Hochachtung“
Dienstag, 27. Juni 2006
- Stimberg Zeitung 27.06.2006 —gekürzt -
Verlängerung der Pachtverträge mit der Stimberg- und Stadthallen GmbH
War die Entscheidung von BOE und der SPD, die Pachtverträge mit Skodell zu verlängern, wirklich eine Entscheidung in der Sache? Oder drohte einigen Genossen und ihrem Ex-Vorsitzenden Rusche, von der Vergangenheit eingeholt zu werden?
Alles hatte 1993 begonnen. Der SPD-Funktionär Skodell war Vorsitzender des SSV, die SPD stellte die Ratsmehrheit und dominierte die Verwaltung, über allem thronte Karl-Heinz Rusche mit Klaus Skodell als seinem ihm ergebenen Thronprinzen und Ratsmitglied von 1994 bis 1998. 1993 wurde angedacht und zunächst vom damaligen Stadtdirektor Schlechter als Testfall deklariert, die Regie der Stimberghalle über eine noch zu gründende Betreibergesellschaft in die Hände des SSV zu legen. In der Betreibergesellschaft sollte sein Parteifreund Skodell laut Stimberg Zeitung vom 22.12.1993 als professioneller Manager mit einem von der Stadt getragenen Jahressalär von DM 78.000 zuzüglich 15 %, die die Betreibergesellschaft tragen sollte, fungieren.
Bewirtschaftung 1993 angekündigt
Nach einem weiteren Bericht vom 21.12.1993 wurde von Schlechter aber bereits auch die private Bewirtschaftung des neuen, damals noch im Entstehen begriffenen Kulturzentrums angekündigt.
Skodell fungierte dann als Manager der Stimberg- und Stadthallen GmbH wahrlich „professionell“ und „erwirtschaftete“ laut veröffentlichtem Jahresabschluss der GmbH zum 31.12.2000 bis Ende 2000 einen Verlust von rd. 403.000 DM (= rd. 206.000 €), der einen ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsführer dazu veranlasst hätte, zum Schutze der Gläubiger, der GmbH und der Gesellschafter einen Insolvenzantrag zu stellen. Stattdessen erwarb Mitte 2001 Herr Skodell lieber die Anteile an der GmbH für 1,00 DM und verursachte damit beim SSV einen Vermögensschaden von 49.999,00 DM (= 25.5563,94 €). Ein Insolvenzverschleppungsverfahren gegen Skodell wurde in 2005 nur deshalb eingestellt, weil er sich laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 19.12.2005 einsichtig zeigte und seine Frau auf ihrem Grundbesitz eine Eigentümergrundschuld in Höhe von 150.000 € für die Schulden der GmbH ihres Ehemannes hat eintragen lassen.
Was die bestehenden Pachtverträge anbelangt, so kann einem Prüfbericht des Gemeindeprüfungsamtes aus 2004 entnommen werden, dass die Pachtverträge der Stadt mit der Stimberg- und Stadthallen GmbH im Wesentlichen eine gute Versorgung Skodells sichern.
Sachgerechte Entscheidung?
Haben SPD und BOE daher wirklich eine sachgerechte Entscheidung getroffen? Die Taktik des offensichtlichen „Skodell-Freundes“ Herrn Schnettger, von der Aufsichtsbehörde noch schnell bestätigt zu bekommen, die Verlängerung der Pachtverträge mit Skodell sei unbedingt notwendig, kann nur als einseitiges und subjektiv gefärbtes Manöver angesehen werden.
So liegt der Verwaltung und den Fraktionen von einem Mitbewerber ein rechtsverbindliches Angebot zur Pacht und Betreibung der Stimberg- und Stadthalle vor, dem zufolge die Stadt bei etwa gleichem Leistungsumfang rund 55.000 € jährlich einsparen kann. Wen wundert es, dass dieses Kosten sparende Angebot nicht Gegenstand der Anfrage Schnettgers gewesen ist.
Warum also halten Herr Rusche und seine alten Parteifreunde weiter an Herrn Skodell fest? An dessen Kulturarbeit kann es wirklich nicht liegen. Denn die „Kulturarbeit“ Skodells beschränkt sich für mich vornehmlich auf die Vermietung der Hallen an Veranstalter und Agenturen, die mit ihrem Programm kommen. Oder gibt es hier gemeinsame alte Erinnerungen, die auch verflossene Männerfreundschaften nicht brechen können?
Und welche Rolle spielt Herr Menge, der als CDU-Kandidat seine Wahl zum Bürgermeister gewonnen hat mit dem Versprechen, den roten Filz im Rathaus zu beseitigen?
Stattdessen unterstützt er demonstrativ die SPD und ihren Ex-Vorsitzenden Rusche, seinen Nachfolger im CDU-Fraktionsvorsitz politisch zu beschädigen.
Lars Ehm verdient Hochachtung, dass er bei diesem durchschaubaren Spiel nicht mitmacht und seiner politischen Geradlinigkeit treu bleibt.
Anmerkung der UWG:
Die im Text farblich abgesetzten Passagen des Original-Leserbriefs sind in der Veröffentlichung der Stimberg Zeitung nicht enthalten.
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